Rezension zu VIA DELL' AMORE JEDE LIEBE FÜHRT NACH ROM von Mark Lamprell, Blanvalet Verlag

   


 

FAKTEN ZUM BUCH

Titel: Via dell' Amore - Jede Liebe führt nach Rom
Englischer Titel: The Lover's Guide to Rome
Autor: Mark Lamprell
Verlag: Blanvalet
Preis: 14,99€
Seitenzahl: 315
Erscheinungsdatum: Juli 2017
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Buchart: Taschenbuch
Genre: Liebesroman, Episodenroman, Romguide
Rezensionsexemplar? Ja. Dieses Buch wurde mir vom Blanvalet Verlag kostenlos als Rezensionsexemplar zugeschickt. Dafür bedanke ich mich ganz herzlich an dieser Stelle. :)
Meine Meinung bleibt selbstverständlich meine eigene.
 
 
 

KLAPPENTEXT

   


 
 
 
 

WORUM GEHT ES?

Dieses Buch spielt an zwei Tagen in Rom und erzählt von den Erlebnissen von drei sehr unterschiedlichen Paaren: Da wäre einmal die junge Alice, die nach Rom gekommen ist um mal etwas außergewöhnliches zu erleben und auf den charmanten Briten August trifft; dann ist da das zerstrittene Ehepaar Alec und Meg, die eine funkensprühende Hassliebe verbindet und die sich nach Rom begeben haben, um nach einer besonderen Fliese zu suchen; und schließlich sind auch die Schwägerinnen Constance und Lizzie nach Rom gefahren um die Asche ihres Ehemanns und Bruders Henrys von der Engelsbrücke in den Fluss zu kippen.
Die Geschichte wird aus der Perspektive des römischen Liebesgeistes erzählt, welcher die einzelnen Figuren nach seinen Vorstellungen zu lenken scheint. Des Weiteren wird Rom wie eine Hauptfigur behandelt und dem Leser extrem viel an Hintergrund- und Geschichtswissen zur Ewigen Stadt vermittelt.
 
 
 

INHALTSANGABE

   


   


 

 

MEINE MEINUNG

 
Der Einstieg in das Buch hat mir sehr gut gefallen, da der Autor direkt zu Beginn schreibt, dass er das Buch direkt in Rom vor den einzelnen Sehenswürdigkeiten geschrieben hat. Dadurch dass ich selbst erst vor zwei Monaten in Rom war, habe ich die Stadt noch sehr gut vor Augen und fand es toll, dass es dem Autor beim Schreiben genauso ging:
 
   


 
 
 
 
Die Inhaltsangabe hat mich ebenfalls direkt angesprochen, da das Buch offensichtlich sehr viel zu beinhalten, und in ganz Rom zu spielen scheint.
 
Der Erzähler des Buches ist ein allwissender Erzähler, der von oben herab auf die Geschichte schaut, was dem Leser einen guten Überblick gewährt.
 
Zu Beginn ließ sich das Buch wirklich sehr schnell weglesen, da ich den Schreibstil als sehr flüssig empfand. Man kommt auf jedenfall recht schnell und gut in die Geschichte rein und bekommt direkt einen guten Überblick über die Hauptcharaktere.
 
Was mir leider immer wieder im Verlauf des Romans aufgefallen sind, waren die Beschreibungen und Kommentare zu Frauen, die diese zum Sexobjekt degradiert haben und vollkommen unnötig waren. Gerade auch dadurch, dass das Buch von einem männlichen Autor geschrieben wurde, passte es mir überhaupt nicht, alle weiblichen Charakere durch diese klischeebehaftete "männliche" Perspektive wahrnehmen zu müssen. Zum Beispiel gab es dabei eine unnötige Erwähnung des "ausladenden Busens" einer Frau, die ansonsten gar nicht mehr im Buch vorkam, und nur deshalb Erwähnung gefunden hatte - oder die Feststellung, dass es eine Frau nur aufgrund ihrer Schönheit geschafft hätte, sich in die Oberschicht einzuheiraten. Immer wieder wurden in diesem Buch die Frauen von den Männern nur auf ihr Aussehen reduziert, was ich extrem problematisch fand.
 
Ich empfand es als ironisch bzw. lustig, dass im Buch erwähnt wird, dass den Charaktern vom Trinken des Brunennwassers in Rom ziemlich schlecht wird. Das hätte mir mal jemand vor meinem eigenen Rombesuch sagen sollen.. Auch gab es ansonsten einige Tipps für einen Rombesuch, wie zum Beispiel, wo man sich auf dem Petersplatz hinstellen muss, damit die Säulen perfekt hintereinanderstehen. Deshalb ist es sinnvoller, dieses Buch vor einem Rombesuch als danach zu lesen. Denn obwohl ich dachte, dass mir meine Erinnerung an die Stadt dabei helfen wird, mir die Szenen im Buch besser vorzustellen, war das nur vereinzelt der Fall. Einige Schauplätze sagten mir nichts mehr, weshalb ich das Buch besser vorher gelesen hätte, um mich dann in Rom selbst an die Szenen aus dem Buch zu erinnern.
 
Teilweise wird das Buch vollkommen absurd: Erstmal ist da der Erzähler, der ein Geist sein soll, womit ich mich wirklich schwer getan habe. Dieser Erzählgeist kommt mit einer ziemlichen Arroganz und Besserwisserei daher, dass ich nie mit ihm warm wurde. Ständig muss der Erzähler dem Leser beweisen, wie viel er doch über Rom weiß, was auf Dauer ziemlich anstrengend zu lesen ist.
 
Wirklich jeder Charakter in diesem Buch ist so extrem auf Sex fixiert, dass mir das beim Lesen wirklich unangenehm wurde. Es war immer wieder so unnötig, wenn man von eigentlich unwichtigen Figuren Details aus deren Sexleben erfuhr und sich fragte, was einem das jetzt bringen sollte. Da war zum Beispiel die Besitzerin des Hostels, die nur durch ihr Sexleben und ihren extremen Drang nach Sex beschrieben wurde, und sonst keine Rolle im Buch spielte - oder aber unterschiedliche Taxifahrer, die alle sexbesessen schienen und ständig über Sex mit ihren Fahrgästen nachdachten. Ich fragte mich beim Lesen einfach immer, was das sollte. Es fühlte sich so an, als ob der Erzähler einfach keinen Charakter, egal wie unnötig dessen Rolle für die Geschichte war, einfach nur auftauchen lassen konnte, ohne dem Leser ein paar Details zu dessen Sexleben zu geben.
 
Der Handlungsstrang der Schwägerinnen Lizzie und Constance plätscherte nur so vor sich hin und langweilte mich eigentlich stets. Man hätte ihn getrost weglassen können.
 
Die Dynamik zwischen Meg und Alec gefiel mir noch am besten, da es zwischen ihnen ständig knallte und jeder der beiden immer mal wieder explodierte. Sie waren zwar beide extrem anstrengende Charaktere, aber dennoch habe ich ihre Kapitel am liebsten gelesen.
 
Alice fand ich anfangs eigentlich ganz cool, jedoch ging mir ihr ständiges Alte Alice/Neue Alice-Getue ziemlich schnell auf die Nerven, da es so extrem gestellt wirkte. Leider mochte ich ihre Storyline überhaupt nicht mehr, sobald August hinzukam. Über diesen Typen könnte ich mich einfach nur aufregen. Von der sexbesessenen Hostelbesitzerin wird er als "ernsthafter" Typ von den anderen angeblichen Casanovas abgegrenzt, was vollkommen ungerechtfertigt ist. August ist vollkommen notgeil und sexbesessen und verliebt sich in Alice weil sie dafür sorgt, dass sich "etwas in seinem Schritt regt". Wow. Was für ein ernsthafter Typ. *Augenrollen*
In ihren gemeinsamen Szenen habe ich andauernd die Augen bis zum Himmel verdreht und das Buch teilweise sogar entsetzt bis fassungslos beiseitegelegt, da ich es so extrem schlecht fand, wie krass da ständig die sexuellen Gelüste in den Vordergrund getrieben werden. Dann erzählt Alice August kurz, dass sie Farben faszinieren, und gibt ihm damit einen "ernsthaften" Grund, um seine Verliebtheit (wohl eher Geilheit) zu begründen.
 
Der konstante Fokus auf Sex passt eigentlich überhaupt nicht zu dem Grundgerüst, das das Buch von Anfang an legt und wirkt vollkommen unangebracht und lässt alle Charaktere unglaublich oberflächlich und platt wirken.
Es fühlte sich oft so an, als könnte der Autor sich nicht entscheiden, ob er jetzt lieber einen Romguide oder einen Erotikroman schreiben wollte.
 
Und apropos Romguide: Das Buch ist einfach vollkommen überladen mit Details zu und über Rom. Die Fülle an Informationen zu Rom erschlägt einen als Leser vollkommen. Und obwohl ich gerade erst in Rom war, und dadurch die Stadt noch vor Augen habe, fand ich es trotzdem viel zu viel. Und wenn jemand noch nicht in Rom war, wird er die meiste Zeit in dem Buch einfach nur überfordert sein und es schwer haben, sich durch die vielen Informationen zu Rom, die detaillierter und ausführlicher als in jedem Reiseführer sind, zu quälen.
 
Dadurch dass die Rominformationen so extrem ausführlich sind, wirkt das Buch aber diesbezüglich recht gut recherchiert und tiefgründig. Jedoch wirken die einzelnen eigentlichen Handlungsstränge im Buch dadurch nur noch belangloser als sie es ohnehin schon sind.
 
Das Buch war zwar nicht schwer zu lesen, aber es machte auch keinen Spaß. Ich bemerkte immer wieder, dass ich das Bedürfnis hatte, ein Buch zu lesen, aber nie Lust auf dieses Buch hatte. Irgendwann wollte ich es einfach nur noch hinter mich bringen um endlich etwas anderes lesen zu können.
 
Die drei Handlungsstränge wirkten außerdem extrem zusammenhanglos und willkürlich auf mich. So, als hätte der Autor eigentlich drei verschiedene Geschichten schreiben wollen (und einen Romreiseführer), und dann alles in ein Buch gepackt. - Allerdings hätte keine der drei Geschichten alleine genug Potenzial für ein ganzes Buch gehabt.. einzig der Reiseführer wäre wohl für Interessierte ganz ergiebig geworden.
 
Die drei Geschichten sind von Anfang bis Ende hin wahnsinnig unspektakulär, ohne jeglichen Tiefgang und plätschern stets nur vor sich hin. Einzig der Schauplatz Rom macht das Ganze etwas weniger belanglos.
 
In den letzten Seiten sind die drei Handlungsstränge zwar mal mehr im Vordergrund als die Fülle an Informationen zu Rom, jedoch geben die Geschichten einfach nicht genug Spannung oder Unterhaltung her, um ein Buch zu tragen.
 
 

 

MEIN FAZIT

Leider konnte mich dieses Buch gar nicht überzeugen. Frauen werden im Buch immer wieder extrem auf ihr Äußeres beschränkt und lediglich als Sexobjekte angesehen. Jeder Charakter, egal wie groß oder winzig seine Rolle ist, ist vollkommen sexbesessen, was eigentlich überhaupt nicht in das Buch passt und unangenehm zu lesen ist. Die Besessenheit des Autors mit Sex wirkt extrem gewollt und übertrieben und war so vollkommen unnötig.
Vor allem mit dem Handlungsstrang von Alice und August konnte ich überhaupt nichts anfangen, da August als "ernsthafter" Typ dargestellt wurde, obwohl er so offensichtlich oberflächlich, platt und sexbesessen war. Alice Verhalten ihrem Verlobten gegenüber war auch vollkommen fürchterlich, sodass ich beide Charaktere absolut nicht ausstehen konnte.
Obwohl ich die Kapitel über das zerstrittene Ehepaar Alec und Meg immer noch am interessantesten fand, war es einfach erschreckend, wie abscheulich sich Alec verhielt und wie er über Meg dachte. Dadurch baute ich eine enorme Distanz zu ihm auf und hatte überhaupt keine Lust, mich weiter mit ihm zu beschäftigen.
Der dritte Handlungsstrang über die beiden alten Frauen war vollkommen unspektakulär und plätscherte das ganze Buch hindurch nur so vor sich hin und hätte getrost weggelassen werden können.
Ich finde es zwar gut, dass Rom so extrem präsent in dem Buch ist, und der eigentliche Hauptcharakter ist, jedoch wird man als Leser von der enormen Masse an Informationen zu Rom einfach regelrecht erschlagen.
 
 

 

MEINE BEWERTUNG

Ich verleihe diesem Buch 2 von 5 Sternen.

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